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Ersatzpflanzungen geplant: Acht Erlen müssen am Pfarrteich im Ilmenauer Ortsteil Gräfinau-Angstedt wegen eines Pilzbefalls gefällt werden

Baumschäden am Pfarrteich in Gräfinau-Angstedt
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Wegen eines Pilzbefalls müssen im Ilmenauer Ortsteil Gräfinau-Angstedt acht Erlen gefällt werden. Hinzu kommt eine mehrstämmige Weide, bei der die Bruchsicherheit nicht mehr gegeben ist. Ein Teil der Erlen am Ufer des Pfarrteichs wurden von einer Hallimasch-Art so stark angegriffen, dass ihre Standsicherheit in Frage steht und in Abschnitten nicht nur der Damm, sondern die angrenzende Wohnbebauung gefährdet ist. Zwei der Bäume sind bereits abgestorben und nahezu kahl. Die Maßnahme, die für die 3. Kalenderwoche 2024 vorgesehen ist, wurde mit dem Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeisterin Claudia Gorzelitz bereits bei einem Vor-Ort-Termin abgesprochen. Geplant sind Ersatzpflanzungen. Zuvor hatten sich die Beteiligten aufgrund des offensichtlichen Krankheitsfortschritts gegen ein zusätzliches Gutachten ausgesprochen, das pro Baum jeweils rund 1000 Euro gekostet hätte. Ohnehin liegen die Kosten für die fachgerechte Fällung bereits bei 1500 Euro je Baum. „Das war für alle keine leichte Entscheidung, zumal die Bäume zum Teil fast 100 Jahre alt sind. Aber wenn die Standsicherheit nicht mehr gegeben ist, besteht Gefahr im Verzug“, sagte der Leiter des Sport- und Betriebsamts, Lars Strelow.

Im Zuständigkeitsbereich der Stadt werden üblicherweise alle Möglichkeiten ergriffen, um die Lebensdauer auch eines vorgeschädigten Baums zu erhöhen. Die Palette der Instrumente reicht von einem professionellen Beschnitt über eine Kronensicherung bis hin zur statischen Stabilisierung des gesamten Baums – wie im Fall einer der ältesten europäischen Ulmen in Ilmenau vor wenigen Jahren.

Doch bei dem Pilzbefall breitet sich das Myzel im Wurzelbereich aus, wodurch eine Fäule im Wurzelstock- und unterem Stammbereich entstanden ist, erklärte Romeo Kreuch, der als Fachmann und Sachbearbeiter im Sport- und Betriebsamt für das Baumkataster zuständig ist. Bei einem Teil der Bäume ist dieser Prozess bereits soweit fortgeschritten, dass der untere Stamm auf eine halbe Armlänge ausgehöhlt und damit bruchgefährdet ist.

Aufgefallen sind die Schäden bei der Bestandserfassung im Bereich der ehemaligen Wolfsberggemeinde: Bislang waren alle Bäume der Ilmenauer Kernstadt und der bisherigen Ortsteile in einem Baumkataster erfasst. Nach der Eingemeindung von Kommunen bei der Gebietsreform wird dieses Vorgehen auch auf die neuen Ortsteile angewandt. Der Vorteil eines Baumkatasters liegt auf der Hand: Mit den digital hinterlegten Daten – ähnlich eines Steckbriefs – lassen sich gezielt Pflegemaßnahmen für jedes einzelne Exemplar festlegen. Bislang sind 15.000 Bäume im Gebiet der Stadt Ilmenau erfasst – rund 5000 Stück müssen noch registriert werden. Für die Pflege und den Erhalt des Baumbestands ist jährlich ein Budget von rund 80.000 Euro im Haushalt enthalten.

Dass auf die zu fällenden Erlen in Gräfinau-Angstedt Ersatzpflanzungen folgen, ist sicher. Nur der genaue Standort ist noch nicht bestimmt. Das liegt nach Einschätzung von Romeo Kreuch daran, dass sich der Pilz auch im direkten Umfeld im Boden befindet und so die Sorge besteht, dass er auch die Neuanpflanzungen wieder befallen könnte. Damit die neuen Bäume trotz sich veränderter Klimabedingungen ein ähnlich hohes Alter erreichen, soll diese Gefahr zumindest minimiert werden.

17.01.2024