Roger_Bonnard

SONDERAUSSTELLUNG

Roger Bonnard - Die nackte Farbigkeit

vom 22. Juni bis 28. September 2014


Roger Bonnard geht als Künstler einen nicht ganz selbstverständlichen Lebensweg. Anfänglich sieht es eher nach einem auf das Praktische gerichteten Beruf aus, der Lehre als Reparaturschlosser und Kühlanlagenmonteur folgt in Frankreich auch eine solche Tätigkeit.

Ein Besuch in Potsdam bringt eine entscheidende Veränderung. Er lernt dort seine spätere Ehefrau kennen und übersiedelt 1970 in die DDR. Von 1981 bis 1987 studiert er an der Hochschule für bildende Künste in Dresden. Seine Lehrer sind der exzellente Grafiker und Zeichner Professor Gerhard Kettner sowie der international bekannte Buchgestalter und Typograph Professor Horst Schuster. Der Einfluss beider Lehrer hinterlässt im künstlerischen Werk von Roger Bonnard Spuren. Nach Abschluss des Studiums nimmt Bonnard in Weimar seine freischaffende Tätigkeit auf. Von Beginn an entwickelt der Künstler eine ganz eigenständige Kunstsprache, die besonders in der Thüringer Kunstlandschaft in dieser Form nicht noch einmal anzutreffen ist. Sie wird durch zwei tragende Elemente gekennzeichnet. Zum einen zeigt sie sich in der reichen und intensiven Farbigkeit seiner Bilder. Hier schwingt als Erbteil die Verehrung des Künstlers für die französische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts mit hinein.




Zum anderen geben grafische Elemente den Werken Struktur und Festigkeit und lassen die Wirkung der Ausbildung in Dresden spüren. Beide Elemente vereinen sich in den Malereien und Grafiken zu dem Eindruck einer strahlenden, lebensbejahenden Bildwirkung, der zugleich philosophische Tiefe eigen ist. Die Bildthemen reichen von freien Assoziationen über Naturinterpretationen bis zu Aktdarstellungen, die einen besonders wichtigen Platz in seinem Schaffen einnehmen. Er feiert die Liebe sowohl in farbstarken großformatigen Bildern, wie auch in kleinen erotischen Radierungen, die er mitunter zu großen Bildflächen zusammenstellt. Zugleich spielt in vielen Werken neben dem Emotionalen auch das Rationale eine Rolle. So geben die Linien den Farbflächen nicht nur Halt und Festigkeit, sondern es tauchen auch Zahlen auf, deren hintergründige Bedeutung sich erst auf den zweiten Blick erschließen lässt.

Aus dieser intellektuellen Haltung heraus entwickelt Roger Bonnard seine künstlerische und philosophische Sicht auf die Welt, die sich bis zum heutigen Tag in kraftvollen Bildschöpfungen von hoher sinnlicher Präsens äußert.

Roger Bonnard, "Der blaue Engel", 2013, Farbradierung

"Roter Akt"

Roger Bonnard, "Roter Akt", 2010 Mischtechnik auf Papier
"Gelber Akt"

Roger Bonnard, "Gelber Akt", 2010, Mischtechnik auf Papier
"Blauer Akt"

Roger Bonnard, "Blauer Akt", 2014, Mischtechnik auf Papier