Bild: GoetheStadtMuseum im Amtshaus

SONDERAUSSTELLUNG

Ilmenau - Schmiede des Rodelsports

4. Dezember 2011 bis 26. Februar 2012

Sonderausstellung
Sonderausstellung
Ilmenau - Schmiede des Rodelsports
Ilmenau - Schmiede des Rodelsports
Dr. Ernst Heyge, 1969
Dr. Ernst Heyge, 1969



Die Stadt Ilmenau kann auf eine über hundertjährige Wintersporttradition zurückblicken. Unter den verschiedenen Wintersportarten, vom Skilaufen und Skispringen über Eishockey bis hin zum Bobfahren, konnten vor allem in einer Disziplin zahlreiche Ilmenauer Sportler und Sportlerinnen über die Jahrzehnte immer wieder beachtliche Erfolge vorweisen – im Rodelsport.

Aus dem winterlichen Freizeitvergnügen entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts in den Alpenländern das Rennrodeln, das bald auch in den Wintersportregionen Deutschlands viele Anhänger fand. 1909 erhielt Ilmenau eine eigene Naturrodelbahn am Gabelbach und bereits vier Jahre später fand hier die erste Deutsche Meisterschaft im Rennrodeln statt. 1926 wurde am Lindenberg eine Bobbahn errichtet. Mit einem durchschnittlichen Gefälle von 12%, stellenweise 19%, zählte sie zu den steilsten Bahnen Europas. Wegen des hohen Sicherheitsrisikos wurde diese Bahn später für Bobrennen gesperrt und dann vorrangig von den Rennrodlern genutzt. Mit der 4. Europameisterschaft wurde 1934 erstmals ein internationaler Rennrodelwettbewerb in Ilmenau ausgetragen. Dabei erreichten die Ilmenauer Ernst Heyge und Walter Ender den 6. Platz im Doppelsitzer und Frau Heyge wurde als Fünftplatzierte beste Rodlerin Thüringens.

Auch in den Folgejahren waren die Rodelsportler aus Ilmenau bei nationalen und internationalen Meisterschaften immer wieder erfolgreich vertreten. Mehr als 90 Medaillen bei internationalen Wettkämpfen und 14 Olympiamedaillen erkämpften sich die Ilmenauer Rennrodler. Zu ihnen zählen unter anderem Wolfgang Scheidel, Hans Rinn, Wolfram Fiedler, Ute Oberhoffner (geb. Weiß), Jens Müller sowie Stefan Krauße und Jan Behrend.

Mit der Sonderausstellung des GoetheStadtMuseums wird die Geschichte des Rodelsports von den Anfängen des Ilmenauer Wintersportvereins 1908 über den Wiederaufbau nach den zwei Weltkriegen bis hin zur Errichtung der Rennschlittenbahn „Wolfram Fiedler“ 1989 beleuchtet. Ein weiterer Teil der Ausstellung ist den Ilmenauer Spitzensportlern und ihren größten Erfolge gewidmet. Als besonderes Highlight besteht für die Besucher die Möglichkeit auf einem Originalschlitten virtuell eine Rodelabfahrt zu erleben.