Bild: Alte Försterei

Geschichte der Alten Försterei

Das Ilmenauer Schloss


Die Exklave Ilmenau gehörte wegen ihrer waldreichen Umgebung zu den bevorzugten Aufenthaltsorten von Herzog Ernst August I. (1688-1748). Deshalb ließ er nach den Plänen seines Oberlandbaumeisters Gottfried Heinrich Krohne (1703-1756) am Rande des kleinen Bergstädtchens Ilmenau ein neues Jagdschloss errichten. Das um 1730 begonnene und 1746 vollendete herzogliche Schloss umfasste das Gelände des Postgebäudes in der Poststraße 2. Die große Feuersbrunst vom 3. November 1752 vernichtete neben 284 Wohnhäusern nicht nur Rats- und Amtshaus, Kirche und Schule, sondern auch das kleine Rokokoschloss. Verschont blieben lediglich die den Abschluss der Schlossanlage bildenden Gebäudeteile der Jagd- und Forstmeister, die heutige Alte Försterei. Die große Not in der Stadt und die geringen finanziellen Mittel des Herzogtums unterbanden den Wiederaufbau der Schlossanlage.

Ansichtskarte vom  Schlosseingang um 1752

Gottfried Heinrich Krohne (1703-1756)


1726 berief Herzog Wilhelm Ernst (1662 - 1728) den gerade dreiundzwanzigjährigen Baumeister Gottfried Heinrich Krohne nach Weimar und beauftragte ihn u. a. mit der Modernisierung des Schlossturmes zu Weimar. Auch unter Herzog Ernst August I. (1688-1748) hatte Krohne zahlreiche Bauwerke im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach zu betreuen. Nach seinen Plänen entstand am Rande des kleinen Bergstädtchens Ilmenau zwischen 1730 und 1746 das herzogliche Jagdschloss. Der große Brand von 1752, der das Ilmenauer Schloss und erhebliche Teile der Stadt vernichtete, verlangte neben anderen Maßnahmen der Brandverhütung breitere Gassen und eine veränderte Straßenführung. Krohne zeichnete für den Wiederaufbau der Stadt verantwortlich. Er ließ von 1753/54 das Straßennetz der Innenstadt so begradigen, wie es sich uns heute noch darbietet.

Krohnes Stadtplan von 1754

1813


Goethe kam erstmals im Mai 1776 nach Ilmenau. Die unterschiedlichsten amtlichen Verpflichtungen banden ihn bis 1796 insgesamt 220 Tage an die Stadt und ihre nähere Umgebung. Als Vorsitzender der Bergwerkskommission bemühte sich Goethe um die Wiederbelebung des Ilmenauer Bergbaus. Um so größer war seine Enttäuschung als im Oktober 1796 ein schwerwiegender Wassereinbruch das Vorhaben zunichte machte. Nach dem Scheitern des Bergbaus hat Goethe die Stadt siebzehn Jahre gemieden. Erst 1813 weilte er wieder in Ilmenau, um seinen 64. Geburtstag zu feiern. Goethe logierte im Haus der Rätin Blumröder, in der heutigen Friedrich-Hofmann-Straße 3. Schon in den frühen Morgenstunden des 28. August 1813 empfing er die persönlichen Glückwünsche des Herzogs Carl August (Regierungszeit) und seines Gefolges. Am Mittag lud der Herzog zur festlich geschmückten Tafel in das Haus des Oberforstmeisters von Fritsch, in die heutige "Alte Försterei" ein. Zum abendlichen Ständchen brachte auch der Ilmenauer Stadtrat seine Glückwünsche dar.

Bild Goethes nach Ferdinand Jagemann (1806)

1831


Am 26. August 1831 reiste Goethe letztmalig nach Ilmenau. Er befand sich in Begleitung seiner Enkel Walter und Wolfgang und logierte im Gasthaus "Zum Löwen". Am 27. August fuhr Goethe mit Rentamtmann Mahr zur Schutzhütte auf dem Kickelhahn, an deren Wand er einst die Verse "Über allen Gipfeln ist Ruh ..." schrieb. Schon in den frühen Morgenstunden des 28. August gratulierten die Ilmenauer Bürger dem greisen Dichter zu seinem 82. Geburtstag mit einem Ständchen. Nach dem Mittagstisch empfing Goethe eine Abordnung der Behörden der Stadt. Der Jubilar wurde mit Musik, einem Gedicht und dem Festumzug der Bergleute, einschließlich Bergmannsspiel, geehrt. An den darauffolgenden zwei Tagen speiste Goethe mittags bei Oberforstmeister von Fritsch im Forsthaus, der heutigen "Alten Försterei". Über Stadtilm kehrte Goethe am 31. August nach Weimar zurück.

Wandrers Nachtlied