Bild: Bergmannskapelle

Bergmannskapelle

 

 

Die Bergmannskapelle befindet sich mitten im früheren Bergbaurevier des Ilmenauer Kupfer- und Silberbergbaues an der Sturmheide, unterhalb der Halde des ehemaligen Schachtes "Gottes Gabe". Zu ihrer Geschichte sind bisher kaum schriftliche Quellen bekannt. Daher stützen sich Vermutungen über die Funktion des Gebäudes auf Überlieferungen aus anderen Bergbaurevieren. An der Sturmheide betrieb man nur bis 1739 Bergbau, und so ist das Gebäude wahrscheinlich schon im 17. Jahrhundert errichtet worden. Es zählt damit zu den wenigen Zeugen des Ilmenauer Kupfer- und Silberbergbaues.

Unter den Ilmenauern hielt sich hingegen der Begriff "Bergmannskapelle" und die Ansicht, dass hier die Bergleute vor dem Einfahren in den Schacht ihr Gebet verrichteten. Jedoch ist diese volkstümliche Deutung nicht ganz zutreffend, da sich die Betstube nachweislich im Zechenhaus befand. Das markante Fachwerkhäuschen gehörte mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Kunstgebäuden des Schachtes "Gottes Gabe" und enthielt einen Teil der Wasserkunst (Kunstrad), welches zur Hebung des Wassers in der Grube nötig war.

Heute befindet sich in dem Gebäude eine kleine Ausstellung zum Kupferschieferbergbau an der Sturmheide. Als Interimsausstellung für das geschlossene Amtshaus begrüßte sie bis September 2008 Museumsbesucher.

Im Dachgeschoss ist seit Juni 2011 eine kleine Sonderausstellung zu sehen über das Leben und Werk der Erfurter Dichterin Sidona Hedwig Zäunemann (1711-1740). Sie war die erste Frau, die 1737 in das Ilmenauer Bergwerk einfuhr und tief beeindruckt von diesem Erlebnis ein 39 Strophen umfassendes Gedicht über „Das Ilmenauische Bergwerk ..." verfasste. Darin beschreibt sie eindrucksvoll die Bergbauanlagen über Tage sowie ihre Eindrücke in den Stollen und Schächten des Sturmheider Bergwerks.

Die Ausstellung ging Anfang des Jahres 2012 auf Reisen und war vom 14.01.-25.03.2012 im Museum für bergmännische Volkskunst Schneeberg und vom 17.04.-28.05.2012 im Bergbaumuseum Oelsnitz / Erzgebirge zu sehen. Seit Juni 2012 ist die kleine Wanderausstellung wieder in der Bergmannskapelle aufgebaut und kann bei Stadtführungen, speziellen Bergbauführungen oder auf Anfrage besichtigt werden.

 

Öffentliche Führung (ohne Anmeldung)


Rundgang durch das historische Bergbauviertel Ilmenaus mit Besichtigung der Bergmannskapelle und Läuten der Glocke im Dachstuhl

Über Jahrhunderte wurde in Ilmenau Kupfer und Silber abgebaut. Folgen Sie den Spuren durch das historische Bergbauviertel mit der Besichtigung der Bergmannskapelle.

Termin: jeden 1. und 3. Sonntag von Mai bis Oktober
Dauer: 1,5 Stunden
Preis: 4,00 €/Person
Start: Ilmenau-Information, Am Markt 1


Gruppenführung nach Anmeldung


Rundgang auf den Spuren von Sidonia Hedwig Zäunemann

Der kleine Rundgang führt zu den noch bekannten oder wiederentdeckten Schächten, die auch Sidonia besichtigte. Dabei vermitteln Zitate aus ihrem Gedicht sowie Wissenswertes über die Bergwerkstechnik ein anschauliches Bild vom damaligen Bergwerk an der Sturmheide.

Dauer: ca. 1,5 Stunden
Führung: 40,00 €
Maximale Gruppenstärke: 15 Personen
Start: Ilmenau-Information, Am Markt 1



Kontakt und Buchung:

Ilmenau-Information
Am Markt 1 / im Amtshaus
98593 Ilmenau

Tel.: 03677-600 300
E-Mail: stadtinfo@ilmenau.de


Bergmannskapelle
Bergmannskapelle
Bergmann
Bergmann
In der Bergmannskapelle
In der Bergmannskapelle