Bild: Manebach vom Panoramaweg aus im Winter

Manebach - Geschichte

Älteste Ortsansicht von Manebach mit Bergwerksanlagen, um 1700
Älteste Ortsansicht von Manebach mit Bergwerksanlagen, um 1700
"Der Manebacher Grund" - Goethezeichnung von 1777
"Der Manebacher Grund" - Goethezeichnung von 1777
Manebach im Tal der Ilm
Manebach im Tal der Ilm



Evangelische Kirche

1351 wird Manebach, der Ort links der Ilm, erstmals in einer Verzichtsurkunde der Herren von Witzleben genannt. Kammerberg, rechts der Ilm gelegen, fand unter dem Namen Hermannstein 1580 in einem Rechnungsbuch der Stadt Ilmenau Erwähnung. Nach der Teilung der Grafschaft Henneberg 1660 kam Manebach zum Herzogtum Sachsen-Gotha, Kammerberg wurde dem Herzogtum Sachsen-Weimar zugeordnet. Die Ilm bildete die Grenze. Einige noch erhalten gebliebene Grenzsteine zeugen von dieser Teilung. So auch der Grenzstein an der Ilmbrücke, über den der frühere Besitzer des Kammerberger Gasthofes eine kleine Halle baute und Gäste darin bewirtete. Ein erstes Schulgebäude erhielt Manebach 1616. Die schieferbedeckte Kirche entstand 1682. Sie wurde zu Weihnachten geweiht und trägt daher den Namen "Zum Kripplein Jesu".

Die Landschaft um Manebach bot kaum Möglichkeiten einer landwirtschaftlichen Nutzung. Deshalb bildeten sich im Laufe der Jahrhunderte andere Erwerbszweige heraus. Die Bewohner arbeiteten als Köhler, Harzer, Pechsieder, Waldarbeiter, Flößer, Schachtelmacher und als Bergleute. 1354 existierte bereits, urkundlich nachgewiesen, ein Eisenhammer.




Darstellung des Kammerberger Steinkohlenbergwerks auf einer Porzellantasse

Die erste Beschreibung des Manebacher Bergbaus ist aus dem Jahre 1691 bekannt. Der Zehntner Friedrich Heyn beschrieb die Andreas-Grube zu Manebach, Steinkohle wurde mit Unterbrechungen von 1691 - 1949 gefördert.

Zehn verschiedene Mühlen nutzten die Wasserkraft der Ilm zur Bearbeitung der unterschiedlichsten Rohstoffe. Dazu gehörten Schneidemühlen, Mahlmühlen, eine Lohmühle und ein Pochwerk zur Zerkleinerung von Braunstein.

Bild rechts: Darstellung des Kammerberger Steinkohlenbergwerks auf einer Porzellantasse, Ilmenauer Porzellanfabrik, um 1810/20

 




Masken der Firma Eilers & Mey vor 1900

Nachdem die oben erwähnten Gewerbe in der Mitte des 19. Jh. immer mehr zurückgingen, mussten andere an ihre Stelle treten. Fuhrleute und Kaufleute brachten aus Sonneberg Muster von Papiermachémasken nach Manebach. 1832 nahm die erste Maskenfabrik "Eilers & Mey" den Betrieb auf, gefolgt von "Heintz & Kühn" 1859. Die Mehrzahl der Beschäftigten waren als Heimarbeiter angestellt. Die Manebacher Gewerbe gehörten zu den typischen Heimarbeiterberufen in Thüringen im 19./20. Jh. In vielen Ländern sind die Masken, Mützen und Laternen aus Manebach verkauft worden. 1960 bzw. 1971 hörten die Maskenfabriken auf zu arbeiten.
1860 ist das Gründungsjahr einer Porzellanmanufaktur. Bis 1972 stellte die Fabrik Gebrauchsporzellan her. Glasbläser produzierten bis 1960 Thermometer und Laborgeräte.

Die ersten Kurgäste kamen 1865. Die herrliche Landschaft und die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse - 1904 wurde die Eisenbahnstrecke von Ilmenau nach Schleusingen in Betrieb genommen - zogen immer mehr Urlauber in das liebliche Ilmtal. In den 1960er Jahren erholten sich bis zu 10.000 Gäste im Jahr in Manebach.

Die Orte Manebach und Kammerberg waren bis 1922 noch zwei Dörfer. Sie wurden nach der Bildung des Landes Thüringen zu Manebach vereinigt.




Kriegerdenkmal

Durch die beiden Weltkriege hatte Manebach zahlreiche Opfer zu beklagen.
Gefallene und Vermisste des 1. Weltkrieges - Gefallene und Vermisste des 2. Weltkrieges
Der Toten wird am Kriegerdenkmal, das weithin sichtbar am Oberen Berggrabenweg steht, und auf dem Friedhof 1 gedacht. Foto eines Gedenksteins auf dem Manebacher Friedhof (wird in einem neuen Fenster geöffnet)

1994 erfolgte die Eingemeindung nach Ilmenau.

 




Der "Manebacher Saurier" teilte sich seinen Lebensraum inmitten einer weiträumigen Flusslandschaft mit dem bis 2,5 m langen Riesengliederfüßer. Die an Kakteen erinnernden Pflanzen sind Schachtelhalmgewächse.

Alle Originalknochen und Rekonstruktionen sind in der Ausstellung "300 Millionen Jahre Thüringen" im Naturhistorischen Museum Schloss Bertholdsburg Schleusingen zu sehen.

 


Teile des Textes entstammen der Broschüre " Der Obere Berggraben - ein kulturhistorischer Lehr- und Wanderweg", den die Autorin Monika Meyer darin erstmals veröffentlichte.