Bild: Amtshausdetail

SONDERAUSSTELLUNG im GoetheStadtMuseum

Der vergessene Bauhausschüler und Rügenkeramiker

Wilhelm Löber

Ausstellungszeitraum: 07.04. bis 18.08.2019

Wilhelm Löber, Foto ehemaliges Archiv Margarethe und Wilhelm Löber

Im Jahr des einhundertjährigen Bauhausjubiläums 2019 wird im GoetheStadtMuseum Ilmenau an den nahezu in Vergessenheit geratenen Bauhausschüler und Künstler Wilhelm Löber erinnert. Eine einzigartige Sammlung historischer Fotos seiner zum Großteil verschollenen Keramiken der 1920er Jahre, umfangreiches Archivmaterial und keramische Arbeiten, die in den 1970er Jahren auf der Insel Rügen entstanden, sind Gegenstand einer beachtlichen Privatsammlung. Durch sie wird es möglich, ein umfangreiches Bild des Kunsthandwerkers, Grafikers und Bildhauers Wilhelm Löber zu entwerfen. Dem Bauhausgedanken, Handwerk und Kunst miteinander zu verknüpfen, fühlte er sich zeit seines Lebens verpflichtet. Den größten Einfluss übte dabei sein Lehrer Gerhard Marcks sowohl bei der Gestaltung von Keramik als auch in der Bildhauerei auf ihn aus. Mit Ilmenau verbanden den 1903 in der Rhön geborenen Künstler seine Ausbildung am Realgymnasium und die Gestaltung eines Goethebrunnens im expressiven Stil. Er trägt die Inschrift „Stirb und Werde!“ und entstand im Goethejahr 1932. Das Kunstwerk auf dem Ilmenauer Friedhof war von Anbeginn umstritten, da es nicht den konservativen traditionellen Vorstellungen der Allgemeinheit entsprach. Umso erstaunlicher ist es, dass der Goethebrunnen erhalten geblieben ist. In den 1960er und 1970er Jahren fertigte Wilhelm Löber die beliebte Fischland- und Rügenkeramik, die sehr hohen Absatz fand. Hier wurden recht verspielte Formen und Motive aufgegriffen, die sich vom ursprünglichen Bauhausgedanken entfernten. Der beliebte Keramiker, aber fast vergessene Bauhausschüler und Bildhauer Wilhelm Löber verstarb 1981 auf Rügen.

Sonderführung 07.04.2019 bis 18.08.2019:
Der vergessenen Bauhausschüler und Rügen Keramiker Wilhelm Löber

Termin: Montag 10 Uhr
Preis: 4,- Euro/Person zzgl. Eintritt Museum
Treff: Amtshaus, Am Markt 1

Margarethe Löber mit Stola, Keramik, Ende der 1960er Jahre, Privatbesitz, Foto: Lutz Grünke Fotorechte: Hartmut Gill
Kanne, Keramik, Entwurf Wilhelm Löber 1922, Ausführung Kerstin Barthels, Foto: Lutz Grünke, Fotorechte: Hartmut Gill
Die zwei Töpfermeister mit Minka, Holzschnitt, 1925, Privatbesitz, Reproduktion: Hartmut Gill
Goethebrunnen auf dem Friedhof