Bild: Luftbildausschnitt Gehren mit Wappen (720x150)

Gehren



Luftbildausschnitt Gehren

Die erste urkundliche Erwähnung Gehrens (Gern) findet sich im Jahre 1299. Am 6. Januar 1299 wurde Johannes, Pfarrer von Gehren, Zeuge einer Eigentumsübertragung durch das Kloster Ichtershausen. Obwohles keinen urkundlichen Nachweis dafür gibt, kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Herren Berlstedt hier ein festes Haus oder eine Burg errichtet hatten, in deren Umfeld es zur Ansiedlung kam.
Der Name "Gehren" ist vermutlich vom mittelhochdeutschen Wort "gere", welches ein keilförmiges Landstück bezeichnet, abgeleitet und bezieht sich offensichtlich auf die Lage zwischen den beiden Bächen Wohlrose und Schobse. Die Bewohner ernährten sich durch Ackerbau und Viehhaltung, durch die Waldwirtschaft - die Köhlerei, die Harzgewinnung sowie die Pechsiederei. Sie betrieben verschiedene Handwerksberufe, leisteten Fuhrdienste und arbeiteten im Bergbau. Durch die Burg war Gehren schon sehr früh zu einem Verwaltungszentrum in der Region geworden. Der Burgvogt und andere Beamte nahmen großen Einfluss auf das Leben im Ort. Nachdem die Schwarzburger Grafen die Burg 1464 endgültig erworben hatten, wurde sie bedeutend erweitert, in mehreren Bauphasen zu einem Jagdschloss umgestaltet und vorwiegend als Sommerresidenz der Grafen - seit 1697 Fürsten - von Schwarzburg-Sondershausen genutzt. Aus der Hofhaltung im Schloss zogen die Einwohner Gehrens als Hoflieferanten und Bedienstete einen bescheidenen Nutzen.
1486 wird das Eisenhüttenwerk im Hammergrund urkundlich erwähnt. Hier entwickelte sich der Ortsteil Günthersfeld. 1610 entstanden der Drahthammer und der Sichelhammer an der Wohlrose. Wie in allen waldreichen Gebieten entwickelten sich auch an den Wasserläufen bei Gehren mehrere Schneidemühlen. Die oberste Schneidemühle erhielt 1690 ihr Privileg. In der Zeit entstanden auch drei Mahlmühlen. Durch die Erfindung des Buchdruckes um 1450 stieg der Papierbedarf. 1694 wurde an der Wohlrose oberhalb des Sichelhammers eine Papiermühle gegründet. Zwischen 1533 und 1549 hatte Gehren das Privileg eines Stadtfleckens erhalten und wurde 1855 zur Stadt ernannt. Die im 19. Jahrhundert einsetzende Industriealisierung führte nach 1871 zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Seit 1881 besaß Gehren einen Bahnanschluss.
Ab 1882 wurde das Eisenwerk im Günthersfeld in eine Porzellanfabrik umgewandelt, die in den Zeiten guter wirtschaftlicher Entwicklung etwa 400 Arbeiter beschäftigte.
1885 nahm das Dampfsägewerk Theodor Kirsch & Söhne in Gehren seine Tätigkeit auf. Es wurde der bedeutendste Industriebetrieb Gehrens und entwickelte sich zum größten Sägewerk Mitteldeutschlands. 1886 siedelte ein in Erfurt gegründeter Wollpuppenbetrieb nach Gehren über. In Gehren konnten Wollpuppen maschinell hergestellt werden. "Henze & Steinhäuser / Gehren i. Thür., Wollspielwarenfabrik" wurde bald zu einer weltweit bekannten Firma.
Druckereigewerbe und Glasindustrie nahmen im 20. Jahrhundert einen Aufschwung. 

Mit knapp 4.200 Einwohnern war Gehren mit den Ortsteilen Jesuborn und Möhrenbach seit 01.01.2014 der größte Ort und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft „Langer Berg”. Im Juli 2018 wurde Gehren als neuer Ortsteil in die Stadt Ilmenau aufgenommen.


Teile des Textes wurden auf der Internetseite http://www.gehren.eu gefunden, abgerufen am 30.05.2018.