Bild: Luftbild Innenstadt

Spaziergang durch die Innenstadt

Lernen Sie unsere Goethe- und Universitätsstadt auf eigene Faust oder in den Monaten Mai bis Oktober bei einem geführten Stadtrundgang für Individualgäste ohne Voranmeldung kennen.

 

Amtshaus mit Ilmenau-Information und GoetheStadtMuseum

Gräfin Sophie von Henneberg ließ 1616 das Amtshaus als Witwensitz erbauen. Nach dem Stadtbrand 1752 wurde das Gebäude nach den Plänen des Barockbaumeisters Gottfried Heinrich Krohne wiederaufgebaut, so dass es bereits 1756 Diensträume für den Amtmann und im ersten Stock Wohnräume für die herzogliche Familie bot. Goethe bewohnte bei seinen Aufenthalten in Ilmenau das südöstliche Eckzimmer.

Der Barockbau beherbergt heute die Ilmenau-Information und das GoetheStadtMuseum mit einer Dauerausstellung zu Goethe als Dichter, Beamter und Naturforscher sowie Sonderausstellungen.

 

Rathaus

Das Renaissance-Portal und die Jahreszahlen erzählen die wechselhafte Geschichte des Hauses, das wiederholt aus Brandruinen aufgebaut wurde. Aus der Zeit vor dem großen Stadtbrand 1752 sind noch die Erkerkonsolen mit der Jahreszahl 1625 sowie das Renaissance-Portal original erhalten. Die Schrifttafeln über dem Portal erinnern an die verheerenden Stadtbrände von 1603, 1624 und 1752.

Hennebrunnen

Hennebrunnen

Der um 1752 erbaute Hennebrunnen mit dem Wappentier der Grafen von Henneberg befindet sich am Marktplatz. Mit den Krallen hält die Henne das sächsische Wappenschild.

 

Wasserburg

Die freigelegten Reste dieser zweiten Ilmenauer Burg befinden sich in der Nähe des Amtshauses. Weitere Ausgrabungsfunde werden im benachbarten Saal des Finanzamtes gezeigt.

Die Wasserburg aus dem Hochmittelalter war mit einem sechs Meter tiefen Wassergraben umgeben und verfügte über einen 30m hohen Turm sowie einen Brunnen im Burghof. Auf dem Gebiet der sogenannten "Kernburg" der Wasserburg stand vor deren Erbauung wahrscheinlich eine Kemenate. Die Vorburg war vermutlich größer.

 

Friedhof mit historischen Grabmalen

Ursprünglich befand sich der Ilmenauer Friedhof an der Stadtkirche „St. Jakobus". Um 1630 wurde er vor die Stadtgrenze verlegt - vor das obere Tor.

Auf dem historischen Teil des Friedhofes, der auch Bestandteil des Goethewanderweges ist, befindet sich die Kirche „Zum Kreuz" (Kreuzkirche), sie wurde am 03.11.1852 eingeweiht. Vorher befand sich an gleicher Stelle eine Holzkapelle, die um 1630 entstand.
Weiterhin sind noch eine Reihe bemerkenswerter Grabsteine aus der Zeit des Rokoko und Klassizismus zu entdecken. Nahe des Haupteinganges findet sich beispielsweise der Grabstein von Corona Schröter (1750-1802), der viel bewunderten Sängerin des Weimarer Hofes und ersten Darstellerin von Goethes „Iphigenie". Unweit davon stehen die Grabmale einiger um den Ilmenauer Bergbau verdienter Männer, wie Johann Carl Wilhelm Voigt (1752-1821) oder auch Hermann Mahr (1822-1889). Eine kulturhistorische Seltenheit stellt der detailreiche Grabstein des Berginspektors Gottlieb Michael Häcker (gest. 1821) dar. Eines der Grabreliefs zeigt einen Bergknappen bei Probeschmelzungen am Schmelzofen - eine Tätigkeit, mit der sich Häcker, ein Fachmann für Probierkunde, häufig beschäftigte und in die er auch Goethe 1776 einwies.

 

Katholische Kirche St. Josef

Der Wunsch nach einer eigenen Kirche in Ilmenau wurde lange gehegt. Anfangs war die katholische Gemeinde zu klein, später fehlten die finanziellen Mittel. Erst im Rahmen des Limex- Bauprogramms zur Devisenbeschaffung aus der BRD bekam die Gemeinde grünes Licht für den ersehnten Kirchenneubau vom Architekten Wolfgang Lukassek. Damit war die Ilmenauer Gemeinde eine der wenigen, die einen Kirchenneubau in der DDR bewilligt bekommen hat.

1979 - 1983: Bauerlaubnis/-beginn - Richtfest - Bauübergabe - Weihe

Altes Technikum

Die Tradition in der Ausbildung von Ingenieuren der Elektrotechnik und des Maschinenbaus begann 1894 mit der Eröffnung der privaten Bildungseinrichtung Thüringisches Technikum. 1895 eröffnete das Alte Technikum, 1936-1943 befand sich hier der Sitz der Reichsfinanzschule. Heute ist es der Joliot-Curie-Bau der TU Ilmenau.

Neues Technikum

Es entstand 1926 und ist heute der Faraday-Bau der TU Ilmenau. Im Jahr 1926 erfolgte auch die Umbenennung von Thüringisches Technikum in Ingenieurschule Ilmenau. Heute ist hier das Prof. Georg Schmidt Technikum.

Zur Geschichte der TU Ilmenau

Bergmannskapelle

In der Bergmannskapelle aus dem 17. Jahrhundert am Wanderweg Oberer Berggraben hatte der Kunststeiger seinen Sitz, der den Gang der Wasserräder beobachtete. Es beherbergte wohl einen Teil der Wasserkunst (Kunstrad), welche zur Hebung des Wassers in der Grube des Kupferschieferbergbaues nötig war. Ein Glöckchen signalisierte den normalen Betrieb des Kunstrades. Bei Stillstand des Rades war mit aufsteigenden Wassern in der Grube zu rechnen. mehr

 

St. Jakobus-Kirche

Die Kirche präsentiert sich in spätbarocker Form und beherbergt die Walcker-Orgel. Die 1911 erbaute Walcker-Orgel in der Stadtkirche St. Jakobus zählt zu den bedeutendsten romantischen Instrumenten im mitteldeutschen Raum und mit über 4.000 Pfeifen und 65 Registern auch zu den größten.

Es wird vermutet, dass am Ende des 15. Jahrhunderts eine spätgotische Hallenkirche an diesem Platz stand. Zwei Brandkatastrophen im 17. Jahrhundert brachten Zerstörung und veränderten Wiederaufbau. Die schlimmsten Schäden entstanden 1752. Bei der Wiedererrichtung folgte man den Plänen des barocken Baumeisters Krohne. Im Kircheninneren finden wir eine barocke Neugestaltung.

 

Alte Posthalterei

Gegenüber der Apotheke und ihrem Brunnen steht ein dominierendes Gebäude, welches zu den geschichtsträchtigsten Häusern der Stadt zählt. Über Jahrhunderte bot es den Einkehrenden Kost und Logis, als Gaststätte noch bis in die 1980er.

Es war die alte Posthalterei, die Poststation der Grafen von Thurn und Taxis. Hier wohnte 1801/02 Corona Schröter, gefeierte und hochbegabte Sängerin und Schauspielerin der Goethezeit. Sie starb 1802 im Alter von 51 Jahren. Ihr Grab kann auf dem historischen Friedhof besucht werden.

 

Allegorie

Merkuria hält ihre schützende Hand über die Geschäfte in diesem Eckhaus gegenüber der Alten Posthalterei. Der Anker in ihrer linken Hand steht als Sinnbild der Hoffnung und die beiden seitlich platzierten Figuren symbolisieren das Handelsgewerbe.

Alte Försterei

Sie ist Teil der beim großen Stadtbrand 1752 zerstörten Schlossanlage, die nach 16 Jahren Bauzeit 1746 fertiggestellt wurde. Das Rokkoko-Schloß diente dem Weimarer Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar-Eisenach als Sommerresidenz. Die Alte Försterei selbst war der Wohnsitz der Forst- und Jagdmeister und wurde um 1733 errichtet. Sie ist eines der ältesten Gebäude im Stadtzentrum.

Thermometersäule

Sie steht als Wahrzeichen für die in und um Ilmenau angesiedelte Glasindustrie in der Friedrich-Hofmann-Straße Richtung Wetzlarer Platz . Die Tierbilder in den Säulengiebeln symbolisieren die Tageszeiten und damit die Himmelsrichtungen: der Hahn den Morgen, das Bienenvolk den Mittag, die Fledermaus den Abend und die Eule die Nacht. 

Liquid-Chronometer

Als Symbol für die lange Tradition der Ilmenauer Glasindustrie wurde diese interessante Zeitanzeige durch den Verein Ilmenauer Glastradition e.V. unter Mitwirkung zahlreicher Firmen, Einrichtungen und Privatpersonen angefertigt und der Stadt Ilmenau übergeben.

3 Glasrohre mit den Durchmessern 150, 90 und 22 mm und einer Länge von 2.500 mm werden zeitabhängig von unten mit einer frostsicheren Flüssigkeit gefüllt. An einer zwischen den Rohren für Stunden und Minuten angeordneten Skala kann entsprechend dem Flüssigkeitsstand die Zeit abgelesen werden.
Der Flüssigkeitsstand im Minutenrohr verändert sich kontinuierlich mit zwischenzeitlichen Korrekturen. Nach Ablauf einer Stunde wird die Flüssigkeit auf den Skalenbeginn abgelassen.
Der Flüssigkeitsspiegel im Stundenrohr wird nach jeweils einer Stunde um einen weiteren Skalenteil gehoben. Nach 24 Stunden wird die Flüssigkeit ebenfalls auf den Skalenbeginn abgelassen.
Am Sekundenrohr kann man nicht die einzelnen Sekunden, sondern nur den Ablauf von 60 Sekunden - der Moment des Abfalls des Flüssigkeitsspiegels - ablesen.
Das Liquid-Chronometer wird von einer Funkuhr gesteuert, so dass eine exakte Zeitanzeige einschließlich der Umstellung auf mitteleuropäische Sommerzeit bzw. mitteleuropäische Zeit gewährleistet ist.

Kunst am TTI - Ilmenauer Transversale

Im Park vor dem Ilmenauer Hauptbahnhof - dem neuen TTI (Technologie Terminal Ilmenau) ist seit Ende Oktober 2014 das Siegerobjekt des Wettbewerbes "Kunst am TTI" zu sehen.

Die Ilmenauer Künstlerin Gloria Mans hat mit dieser Skulptur aus Edelstahl ein Kunstwerk geschaffen, welches dem Betrachter je nach Blickwinkel verschiedene Perspektiven und Interpretationen anbietet.

Ziegenbrunnen

Unweit des Wenzelschen Hauses ebenfalls in der Lindenstraße ist der 1998 aufgestellte Ziegenbrunnen zum Anziehungspunkt für die Ilmenauer und ihre Gäste geworden. Der Thüringer Bildhauer Volkmar Kühn aus Wünschendorf schuf diese Bronzeplastik zweier Ziegen auf einem Sandsteinsockel, der auf seinen vier Seiten die Inschrift trägt:

"In Ilmenau da ist der Himmel blau,
da tanzt der Ziegenbock mit seiner Frau."

Wenzelsches Haus

Dieses stattliche Gebäude gehörte seit der Mitte des 18. Jahrhunderts der Familie Wenzel. Hier befand sich das alte kursächsische Postamt. Von 1798 bis 1804 wohnte Karl Ludwig von Knebel in diesem Haus. Er war Prinzenerzieher in Weimar und hatte 1774 auf einer Bildungsreise die erste Begegnung zwischen Carl August und Goethe herbeigeführt. Hinter dem Haus befindet sich der Wenzelsche Garten.