Bild: 3. Kunstweg

3. Ilmenauer Kunstweg

Der Kunstweg führte durch die Ilmenauer Fußgängerzone (Plan des Kunstweges).
Die Objekte wurden gestaltet durch

Barbara Magdalena Neuhäuser
Freie Bildhauerin und Malerin

An der Kirche 1
07646 Gröben bei Jena
e-mail: b.neuhaeuser@web.de
www.neuhaeuserkunst.de

1952

geboren in Worbis/ Eichsfeld

1970

Abitur in Jena und Staatsexamen Krankenpflege, anschliessend Wirtschaftsstudium Merseburg/ Leipzig
Intensive Beschäftigung mit archaischen und alten Hochkulturen, Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, mit bildender Kunst, östlichen und westlichen Philosophien, Literatur und Musik

1974

erste Holzskulpturen entstehen
- berufstätig im Kunst-/ Kultur- und sozialen Bereich,

1980

Beginn der Arbeit am Stein
Aufbau von Atelier/ Werkstatt in Gröben bei Jena
seitdem als Bildhauerin und später auch als Malerin tätig

1983

Bildhauersymposium Gernewitz - Modell und Gastteilnehmerin auf Einladung der Künstler

1994

Mitglied im VBK Thüringen e.V./ Bundesverband Bildender Künstler

2004

Kunststipendiatin des Landes Thüringen - Arbeitsprojekt "Steinlandschaft Thüringen"

   
seit 1988 zahlreiche Einzelausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen, Teilnahme an nationalen und internationalen Bildhauersymposien in Deutschland, Libanon und Marokko Arbeitsaufenthalte und Studienreisen in Europa, Afrika, Arabien, Asien, Amerika

Kunst am Weg - Archaisches und Mythisches

Barbara Neuhäuser begibt sich auf die Suche nach alten archaischen Zeichen, sie setzt bewusst Spannungen in den Stadtraum von Ilmenau, um dem Betrachter eine neue Bewusstseinswahrnehmung zu ermöglichen. Ihre Arbeiten im öffentlichen Raum werden nicht nur zum Spiegel ihrer eigenen Wahrnehmung, nein, sie zeigt damit das bewusste Verändern der Wahrnehmung von Kunst und Umwelt in einer archaischen Formsprache.
Es entsteht ein bewusster Dialog zwischen Kunst und Umwelt, der schon zum 3. Male in der Stadt Ilmenau auffordert, mit moderner Kunst und dem historischen Stadtraum ins Gespräch zu kommen. Kunstfreunde und Passanten haben jetzt die Möglichkeit, neue Inspirationen aus diesem Wechselspiel zu erfahren. Barbara Neuhäuser - aus Gröben bei Jena - setzt Zeichen. Sie markiert mit ihren Skulpturen den Stadtraum neu und zeigt dabei Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen. Ganz bewusst setzt sie ihre Arbeiten an Stellen, an denen diese mit der Umgebung eine besondere und spannungsvolle Symbiose eingehen. Sie suchte bewusst Plätze und Stellen, die zu wichtigen Markierungspunkten der Stadt gehören und nicht nur einfach als Akzente wahrgenommen werden sollen, sondern dem einen oder anderen Weg und Platz eine tiefere Sinnschicht verleihen sollen. Denn Barbara Neuhäuser sucht in der Stille Zeichen, Symbole und Strukturen im Stein, die sie aus der Tiefe des Steins herausarbeitet. Langsam und sachte beginnt sie ihre Arbeit am und mit dem Stein, der ihr Fragen und Antworten zugleich gibt. So erkundet sie Lebensfragen und findet nicht selten in ihren Symbolen und Zeichen eine Ausdrucksmöglichkeit, in das Inneren des eigenen Ichs vorzudringen und alte Mythen und Mysterien zu thematisieren. Es entsteht mit dem Stein ein Dialog und eine bewusste Auseinandersetzung mit alten Kulturen, in denen sie Inspirationen für ihre Arbeiten findet. Das Mystische der alten afrikanischen Kulturen, die Suche nach der einfachen Form, das Ersinnen der magischen und nicht mit Worten zu beschreibenden Erlebnisse, graben sich in den Stein, in ihre Zeichen und in ihre bewusste Gestaltung ein. Auf der Reise durch die Stadt erlebt man ein Wechselspiel mit vielleicht längst unbekannten Zeichen und Symbolen in ihren Arbeiten und der modernen Alltagskultur, wenn man plötzlich einer in sich ruhenden Stele begegnet, die nahezu archaisch in der Ausführung aufgestellt ist, sollte man inne halten und den Rhythmus von Zeit, Tag und Nacht erfassen. Auch in der Gestalt des nicht gleich sinnlich Erfassbaren, denn hier beginnt der Dialog mit dem eigenem Ich. So ist man auf der Reise in das Innere des Steins und sieht in der Struktur der Steine nicht nur Stadtraummarkierungen, sondern einen tiefen Dialog, der geprägt ist von Erinnerungen, Schmerz und Sehnsüchten, die sich unter der Oberfläche des Steins verborgen halten. Wir unterliegen der ständigen Veränderung und sind auf der Suche nach Kommunikation, selten auch nach dem Doppelgänger und finden einen neuen Ort der zwischenmenschlichen Kommunikation, die sich in der Vielzahl der Doppelköpfe auch wiederholt zeigt. Das Bild des Doppelkopfes erzeugt ein Abbild im Raum, an dem geschlossene Augen zu sehen sind, die den Blick für und in die Wirklichkeit verloren haben. Scheinbar weltfremd wirken sie meditierend auf dem Sockel und zeigen in der Gestalt Menschliches und Animalisches zugleich. Wirkliches und Unwirkliches vermischt sich in ihren Arbeiten. Barbara Neuhäuser sucht und findet neue Spuren im Stein, bearbeitet in zarter und expressiver Rhythmik diesen und erzeugt ganz bewusst Strukturen, die in der Wirkung des Lichtes zum Ausdruck kommen, die sich stetig verändern im Tageslicht, wenn der "große Vogel" von 2002 dann den Abendgesang beginnt, ist man eingebunden in Kunst- Raum und Wahrnehmung.

Diana Henkel-Trojca