Bild: 3. Kunstweg

2. Ilmenauer Kunstweg

Die Metamorphose der Ilmenauer Linden, Oktober 2002 - Oktober 2003

Kunstwerke im öffentlichen Raum und der erfolgreiche Verlauf des ersten Kunstweges durch Ilmenau mit Bronzen des Thüringer Bildhauers Volkmar Kühn zeigen, dass Kunst in unserer Stadt auch außerhalb der begrenzten Wirkung geschlossener Ausstellungsräume Funktion und Bedeutung hat, dass zeitgenössische Kunst in das städtische Leben einbezogen werden kann.

War das Anliegen des ersten Kunstweges noch unmittelbar an das Ausstellungskonzept der Kleinen Galerie gebunden, entwickelte sich dagegen das Thema des zweiten Kunstweges frei. Es fand sich in der Ilmenauer Lindenstraße liegend in Form zuvor gefällter Bäume. Die Forderung der von den Bewohnern gegründeten Bürgerinitiative, die alten Bäume in die Neugestaltung der Straße einzugliedern, hatte kein Gehör gefunden.

Die Idee des Projekts erwuchs aus Gesprächen während des Aufbaus einer Ausstellung von Radierungen und Holzplastiken der Berliner Künstlerin Franziska Uhl im November 2000 in der Kleinen Galerie Ilmenau. Die Künstlerin erwarb die Baumstämme über einen Sponsorvertrag des Bauunternehmers Koch aus Bad Langensalza mit der Vision, sie in Skulpturen zu verwandeln und nach abgeschlossener Rekonstruktion der Lindenstraße in der Nähe ihres ursprünglichen Standortes als Skulpturengruppe wiedererstehen zu lassen.

Nach einer Zwischenlagerung im Hof der Alten Försterei finanzierte im Frühjahr 2001 die Ilmenauer Filiale des Unternehmens Schenker AG den Transport der Stämme nach Berlin. Während der künstlerischen Bearbeitung in den Berliner Bildhauerwerkstätten war es Franziska Uhl wichtig, die Wuchsform der Baumstämme als ein Zeichen individuellen Charakters des Baumes zu erhalten. Es entstanden Modulationen überlängter Figuren, die sich dehnen und strecken, aufbäumen und wehren, die demütig in Ruhe verweilen oder stolz sind. Franziska Uhl hat ihrem Thema - dem Thema „Metamorphose" - neue Ausdrucksmöglichkeiten erschlossen.

Zur Verwirklichung des Anliegens, die künstlerisch bearbeiteten Bäume in die rekonstruierte Lindenstraße einzugliedern, besuchten im Spätsommer 2001 Bürgermeister Volker Acker, Vertreter des Stadtrates und der Verwaltung das Atelier der Künstlerin. Die Delegation war beeindruckt von der Wirkung der zu einem Kreis geordneten bis zu 4 m hohen Skulpturen. Die Idee des zweiten Kunstweges hatte wichtige Mitstreiter gewonnen.

Franziska Uhl konnte nicht alle Stämme in Skulpturen verwandelt, da sie nach eingehender Prüfung entweder schon krank oder stark beschädigt waren bzw. ihre Dimensionen einer künstlerischen Bearbeitung nur ungenügend entsprachen. Der Rücktransport der für Ilmenau bestimmten neun Holzplastiken erfolgte im November 2001, wo sie bis zu ihrer Aufrichtung in der Lindenstraße im Sport- und Betriebsamt der Stadtverwaltung Ilmenau lagerten.

Die Entscheidung zur Verwirklichung des zweites Ilmenauer Kunstweges fiel im Frühjahr 2002. Als Standort wurde der Bereich vor der Ilmenauer Bücherstube, Lindenstraße 24-26, gewählt. In ihrer Anordnung unterbricht die Skulpturengruppe die Allee der neu angepflanzten Linden. Setzt sie dennoch optisch fort, da mehrere Skulpturen so platziert sind, dass die Mittelachse der Allee wahrgenommen wird. Die Skulpturen sind auf zwei ineinander übergehenden Kreisbögen geordnet.

Galten Baumkreise früher als heilige Plätze und besondere Energieorte, steht der Baum-Skulpturen-Kreis in der neuen Lindenstraße steht als Ruhepol, als ein Gegensatz zur schnellen und lauten Außenwelt. Die Skulpturengruppe setzt in der Lindenstraße nicht nur einen besonderen Akzent. Sie ist auch zu verstehen als ein Sinnbild immerwährender Veränderungen, der Metamorphose, in dieser wohl berühmtesten und wichtigsten Straße unserer Stadt.

2. Kunstweg - Bäume in der Lindenstraße
2. Kunstweg - Bäume in der Lindenstraße
2. Kunstweg - Bäume in der Lindenstraße
2. Kunstweg - Bäume in der Lindenstraße
2. Kunstweg - Bäume in der Lindenstraße
2. Kunstweg - Bäume in der Lindenstraße