Bild: Rodelgeschichte

Rodelsport in Ilmenau



Historische Schlitten
Historische Schlitten
Gäste am Freizeitstart
Gäste am Freizeitstart
Blick zur Rennschlittenbahn
Blick zur Rennschlittenbahn

Die Stadt Ilmenau kann auf eine über hundertjährige Wintersporttradition zurückblicken. Unter den verschiedenen Wintersportarten, vom Skilaufen und Skispringen über Eishockey bis hin zum Bobfahren, konnten vor allem in einer Disziplin zahlreiche Ilmenauer Sportler und Sportlerinnen über die Jahrzehnte immer wieder beachtliche Erfolge vorweisen - im Rodelsport.



Historisches Rodelvergnügen vom Gabelbach aus

Das winterliche Freizeitvergnügen in Ilmenau entwickelte sich einst mit den Studenten des 1894 gegründeten Technikums. Der erste hiesige Wintersportverein gab sich 1901 seine Satzung. In den Folgejahren entwickelte sich Ilmenau neben Oberhof zum Wintersportort und erhielt 1909 eine eigene Naturrodelbahn am Gabelbach und bereits vier Jahre später fand hier die erste Deutsche Meisterschaft im Rennrodeln statt.




Historische Bobbahn

Am 9.Januar 1927 wurde das Eröffnungsrennen auf der neu errichteten Bobbahn am Lindenberg gefahren. Mit einem durchschnittlichen Gefälle von 12%, stellenweise 19%, war die Bahn sehr schnell und gefährlich und zählte zu den steilsten Bahnen Europas. Aufgrund des hohen Sicherheitsrisikos wurde die Bahn später für Bobrennen gesperrt und dann vorrangig von den Rennrodlern genutzt. Höhepunkte waren die 4. Europameisterschaften 1934, erstmals ein internationaler Rennrodelwettbewerb in Ilmenau. Die Lindenberg-Bahn erwies sich als hervorragende Trainingsbahn für die Ilmenauer Rennschlittensportler. Seit dem Jahr 1951 verging im folgenden Jahrzehnt keine Meisterschaft, ohne dass Ilmenauer nicht wenigstens einen Titel erreichten. Zu den erfolgreichsten gehörten Freia Aschermann, Horst Tiedge, Herbert Schneider, Bärbel Schmeißer, Helga Meusinger. Im Februar 1963 fanden die 4. Internationalen Lindenberg-Pokal-Rennen der Junioren statt, dieses Rennen beendete die nationalen und internationalen Wettkämpfe dieser Bahn.




FIL Sommerrodel-Cup

1989 wurde die 460 Meter lange und aus 8 Kurven bestehende Rodelbahn aus kunstharzbeschichtetem Glasfibermaterial gebaut. Die Rennschlittenbahn diente speziell der Nachwuchsförderung und wurde benannt nach Wolfram Fiedler, mehrfacher Europameister und Dritter bei den Olympischen Winterspielen 1972 sowie 1975 Weltmeister. Seither sind Rodelsportler aus Ilmenau bei nationalen und internationalen Meisterschaften immer wieder erfolgreich vertreten. Mehr als 90 Medaillen bei internationalen Wettkämpfen und 14 Olympiamedaillen erkämpften sich die Ilmenauer Rennrodler bis 2011. Zu ihnen zählen unter anderem Wolfgang Scheidel, Hans Rinn, Wolfram Fiedler, Ute Oberhoffner (geb. Weiß), Jens Müller sowie Stefan Krauße und Jan Behrend.

Seit 1993 wird jährlich Anfang September der Internationale FIL-Sommerrodel-Cup als Sparkassen-Cup auf der Rennschlittenbahn „Wolfram Fiedler" ausgetragen und ist als einziger internationaler Sommerrodel-Cup im Terminkalender der FIL (Fédération Internationale de Luge) etabliert.




Der 10 km lange Bob-und Rodelwanderweg führt auf der einstigen Rodelbahn hinauf zum Gipfel des Lindenberges und von dort auf der historischen Bobbahn bergab zur ganzjährig geöffneten Rennschlittenbahn „Wolfram Fiedler".


Mehr Informationen zur Geschichte des Rodelsports in Ilmenau finden Sie hier:

Rodel-Club Ilmenau e.V.